Teamkultur lässt sich gestalten. Sechs Handlungsempfehlungen.

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Teamkultur lässt sich gestalten. Sechs Handlungsempfehlungen.


Der Begriff Teamkultur ist mittlerweile allgemein akzeptiert und wird als eine wichtige Einflussgröße auf die Leistungsfähigkeit des Teams gesehen. Auf die Frage wie sich diese aktiv beeinflussen und gestalten lässt gibt es jedoch nach wie vor eine Vielzahl unterschiedlicher Antworten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich Kultur nicht aktiv beeinflussen lässt, sondern nur indirekt über Führungs- und Moderationsverhalten sowie die Nutzung bestimmter Strukturen (von der Büroausstattung bis zu Power Point Templates) darauf Einfluss genommen werden kann. In folgendem Blog stellen wir sechs Handlungsempfehlungen vor, um eine konstruktiv-kritische Teamkultur zu etablieren. Diese bildet aus unserer Sicht eine gute Grundlage für eine leistungsorientierte und gleichzeitig wertschätzende Zusammenarbeit in Teams.

1. Motivieren Sie das Team bewährte Prozesse, Systeme und Strukturen in Frage zu stellen

Die Grundlage für Weiterentwicklung ist Veränderung. Diese erfordert, dass bewährtes angesprochen und in Frage gestellt werden darf. Wenn Sie Ihre Teammitglieder motivieren bewährtes in Frage zu stellen und Alternativen aufzuzeigen, schaffen Sie die Grundlage für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

2. Regen Sie mit offenen Fragen Diskussionen an

Es gibt keine bessere Grundlage für eine gute Entscheidung und innovative Ideen wie eine konstruktiv-kritische Diskussion. Diese zuzulassen, auf einem fairen aber harten Niveau (Stichwort Streitkultur) zu halten und mit offenen Fragen zu steuern ist die Aufgabe der Führungskraft bzw. des Teammoderators.

3. Führen Sie „Challenging Sessions“ ein

Werfen Sie Ihre Konzepte, Business Pläne, Entscheidungsvorlagen in den „Ring“ und bitten Sie Ihre Teammitglieder dieses kritisch zu hinterfragen. Durch dieses „Challenging“ werden Fehler und Schwachpunkte transparent, auf deren Basis Sie die Unterlagen weiterentwickeln können. Darüber hinaus haben Sie das Team involviert und damit hinter sich.

4. Nutzen Sie messbare und extern legitimierte Ziele

Transparente und faire Ziele, die im Idealfall vom Markt, Wettbewerb oder anderen externen Größen (z.B. im Rahmen von Benchmarking-Studien) abgeleitet werden schweißen das Team zusammen. Lassen sich diese auf die einzelnen Teammitglieder (z.B. wenn es sich dabei um Vertreter einzelner Funktionen wie Einkauf, Vertrieb, Produktion etc. handelt) herunterbrechen unterstützt sie die Offenlegung und Bewertung von Zielkonflikten.

5. Lösen Sie Zielkonflikte im Sinne des großen Ganzen

Es gibt kein Team ohne Zielkonflikte. Diese anzusprechen, im Team zu diskutieren, zu bewerten und dann gemeinsam ein globales Optimum zu finden muss Ihr Ziel sein. Aus diesem Prozess gehen nur Sieger hervor, da am Ende jeder seinen Vorbehalte einbringen und bewerten konnte. Die Entscheidung fällt ohne Emotionen und jeder der Beteiligten leistet einen Beitrag, um das Team zu stärken.

6. Betonen Sie regelmäßig, dass Ihnen eine konstruktiv-kritische Kultur wichtig ist

Kulturveränderung lebt von Wiederholung. Sie sollten daher in jedem Workshop, größeren Termin oder Team Event betonen, dass Ihnen eine konstruktiv-kritische Kultur wichtig ist. Dabei kann es sich um Workshop-Regeln handeln, eine Intervention in ein Streitgespräch, das aus dem Ruder läuft oder einfach nur der Hinweis sich doch bitte eine Alternative Lösung zu überlegen.

Kultur kann man nicht aktiv beeinflussen jedoch durch indirekt durch Handlungen beeinflussen. Mit der Zeit hinterlassen diese Spuren in Form von gemeinsamen Werten, Normen und Ritualen, welche wiederum auf die Zusammenarbeit im Team wirken. Mit den vorgestellten Handlungsempfehlungen lässt sich eine konstruktiv-kritische Kultur etablieren, die Wertschätzung und kontinuierliche Verbesserung unterstützt. Dies hat positive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und Motivation der Gruppe.


Dr. Markus Nini

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Markus wurde in Salzburg, Österreich geboren und lebt in Deutschland. Er arbeitet als COO in einer internationalen Unternehmensgruppe und verfügt über mehr als 15 Jahre Führungserfahrung. Darüber hinaus arbeitet er als Trainer im Bereich Organisations- und Führungskräfteentwicklung. Markus hat einen MSc in Organizational Behaviour und einen Doktor in Management.